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Juni 22, 2016 -

Die jungen Innovatoren 2016 stehen fest

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Technology Review prämiert am 5. Juli zehn Preisträger im Quadriga Forum in Berlin – BNP Paribas ist europaweit Partner des Wettbewerbs.

Ein präziser 3D-Drucker für künftige Nano-Roboter, ein Programm zum Austausch von Gesundheitsdaten und eine App, die Pflanzenkrankheiten anhand von Handy-Fotos erkennt: Dies sind drei von zehn prämierten Projekten bei der deutschen Ausgabe des Wettbewerbs „Innovatoren unter 35“. Wer von ihnen zusätzlich die Titel „Innovator of the Year“ und „Social Innovator of the Year“ verliehen bekommt, entscheidet sich am 5. Juli bei der Preisvergabe.

Der Karlsruher Michael Thiel ist Gründer von nanoscribe und hat den genauesten kommerziellen 3D-Drucker der Welt entwickelt. Er kann Schichten drucken, die einen Mikrometer dünn sind. Zum Vergleich: Ein Haar ist 50 bis 70mal dicker. „Dieser optische 3D-Drucker hat eine deutlich höhere Auflösung als herkömmliche 3D-Druckverfahren und wird schon heute erfolgreich zur Forschung etwa in der Photonik, Mikrooptik oder Medizintechnik eingesetzt“, betont Tobias Kraus, Jury-Mitglied und Leiter Strukturbildung beim Leibniz Institut für Neue Materialien. Forscher haben mit ihm beispielsweise ein mögliches Antriebssystem für Nano-Roboter hergestellt. Johannes Jacubeit, Sportmediziner und Gründer des Startup-Unternehmens Connected Health, will die Kommunikation zwischen Patienten und Ärzten verbessern. Mit dem von ihm entwickelten Produkt LifeTime Hub hat man als Patient seine Krankenakte immer dabei und kann seine Gesundheitsdaten lokal mit dem Arzt teilen. „Eine tolle Idee, weil es ausgerechnet dort, wo das Teilen von Informationen wirklich entscheidend ist, noch besonders klemmt“, urteilt TR-Chef Thielicke. 15 bis 30 Prozent der Ernte-Erträge weltweit gehen jedes Jahr durch Pflanzenkrankheiten und Schädlinge verloren. Um gezielte und umweltschonende Gegenmaßnahmen zu ermöglichen, hat die Geografin und Botanikerin Simone Strey das Programm Plantix entwickelt. Diese App erkennt Pflanzenkrankheiten anhand von Handy-Fotos. Mithilfe dieser App kann der unnötige Gebrauch von Pestiziden in der Landwirtschaft verhindert werden. „Die Anwendung zeigt eindrucksvoll, wie maschinelles Lernen einen Nutzen für die Gesellschaft bieten kann“, lobt Jury-Mitglied Patrick Baudisch, Leiter Human Computer Interaction am Hasso-Plattner-Institut.

Zu den weiteren Innovatoren zählen:

  • Ansgar Jonietz: Der Mediziner gründete den Online-Service de, der den Fachjargon medizinischer Befunde in eine für Laien verständliche Sprache kostenfrei übersetzt. mittlerweile hat sein Team von 1300 Medizinstudenten und Ärzten rund 26 000 medizinische Befunde übersetzt.
  • Steven Arzt/Siegfried Rasthofer: Die beiden Informatiker haben CodeInspect entwickelt. Mit dem Analysetool für Schadsoftware lassen sich gehackte oder gefälschte Android-Apps und Java-Programme deutlich schneller und präziser aufspüren als bisher.
  • Gero Decker: Der Gründer von Signavio hat eine Software erdacht, die das Prozessmanagement in Unternehmen transparent und damit einfach macht. Endlich weiß auch bei komplizierten Projekten die linke Hand, was die rechte tut.
  • Christopher Fuhrhop: Der 32-Jährige entwickelte ein Rettungssystem für Wassersportler, das bei körperlicher Aktivität nicht hinderlich ist. Anders als herkömmliche Schwimmwesten ist es klein, handlich – und bläst sich im Notfall ähnlich wie ein Airbag selbst auf.
  • Benedikt Kramer: Der Betriebswirt will mit seinem Fintech-Start-up awamo den Mikrofinanzsektor in Afrika umkrempeln. Das Unternehmen entwickelte ein Identifikationssystem per Fingerabdruck und eine Software für die einfache Kreditverwaltung.
  • Tom Baden: Der Neurowissenschaftler will mit einer Mischung aus Open Source und 3D-Druck erreichen, dass Labore einen Teil ihrer Ausstattung selbst herstellen. Tausende Designs hat die Community mittlerweile auf der Plattform OpenLabware eingestellt.
  • Frederik Brantner: Bisher konnten Lagerroboter nur ganze Kisten oder Paletten holen. Mit Toru hat der Geschäftsführer des Münchner Unternehmens Magazino das geändert. Die Maschinen können auch einzelne Objekte aus einer Kiste oder einem Regal zur Werkbank oder zur Versandstation bringen.

Der Nachwuchspreis gilt als eine der wichtigsten Auszeichnungen für junge Innovatoren. Vor 17 Jahren wurde dieser vom US-amerikanischen Magazin MIT Technology Review ins Leben gerufen. Zu den bisherigen Preisträgern gehören Facebook-Gründer Mark Zuckerberg und Daniel Ek von Spotify. Die Gewinner der deutschen Auflage sind automatisch nominiert für die internationale Liste der 35 besten Innovatoren unter 35, die jährlich von der US-amerikanischen MIT Technology Review gekürt werden.

Unterstützer des Wettbewerbs TR 35

 Mittlerweile findet der Wettbewerb europaweit in fünf Ländern statt und wird an allen Austragungsorten von BNP Paribas unterstützt. Partner der deutschen Ausgabe sind die Consorsbank sowie der High-Tech Gründerfonds. Darüber hinaus unterstützt VW Nutzfahrzeuge den Wettbewerb.

Bei der Verleihung am 5. Juli in Berlin werden neben den Preisträgern auch Wagniskapitalgeber, Start-up-Gründer und Vertreter aus Forschungsabteilungen großer Unternehmen vor Ort sein. Die Keynote über selbstfahrende Fahrzeuge hält Raúl Rojas, Professor für Intelligente Systeme und Robotik an der Freien Universität Berlin und der University of Nevada (Reno). 2014 wurde Rojas vom Deutschen Hochschulverband mit dem Titel „Hochschullehrer des Jahres“ ausgezeichnet.

Der Besuch der Preisverleihung ist kostenfrei, eine Anmeldung ist jedoch erforderlich, da die Plätze begrenzt sind.

Das Programm und weitere Informationen finden Sie auf der Themenseite von Technology Review.